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Brutale Attacke überschattet Auswärtsauftritt Drucken E-Mail

[enton] Die Gögginger Bezirksoberligahandballer mussten in Ichenhausen beim 27:24 (11:14) die zweite Niederlage in Folge einstecken. Das dezimierte Team von Trainer Prihoda rutscht damit in das Mittelfeld der Tabelle ab. Zu allem Überfluss hat sich ein weiterer wichtiger Akteur folgenschwer dabei verletzt.

Die Schwarz-Roten kamen fast wie gewohnt in der Ferne zunächst bestens zurecht und bestimmten die Partie fast nach Belieben. Das einzige Manko während der ersten Hälfte war sicher, dass es den Göggingern nicht gelang, sich tatsächlich entscheidend abzusetzen. Der vier Tore Vorsprung, den man sich beim 2:6 erspielt hatte, hielt fast über die gesamte restliche Halbzeit bestand. Vor allem Fabian Listringhaus und Dominik Schnorr drückten mit vielen gelungenen Aktionen dem Spiel ihren Stempel auf. Was man auf die Platte brachte war sicher eine der besten Halbzeiten der laufenden Saison und alles sah nach einem wenig holprigen Auswärtssieg beim punktgleichen Tabellennachbar aus. Beim Stand von 11:14 gingen die Mannschaften mit einem merklich angefressenen Ichenhausener Trainer und zufrieden dreinblickenden Göggingern in die Kabine.

Was sich dann aber in den ersten Minuten nach der Halbzeitpause abspielen sollte, rief nichts als Kopfschütteln auf Seiten der mitgereisten Gögginger Zuschauer hervor. Ganze dreizehn Minuten schafften es die wie ausgewechselt agierenden Schwarz-Roten keinen einzigen Ball im gegnerischen Tor unterzubringen, während Ichenhausen plötzlich alles gelang. Ein 8:0 Lauf für die Hausherren brachte diese auf die Siegesstraße. Das unverständliche 19:14 auf der Anzeigentafel wirkte wie ein Schlag ins Gesicht der eigentlich so kampfstarken Gästemannschaft. Nach einem wohl eindringlichen Timeout von Coach Prihoda kamen die Gögginger aber wieder einigermaßen zurück ins Spiel. Beim 23:22 war man wieder in absoluter Schlagdistanz zu den Hausherren und eine spannende Schlussphase schien bevor zu stehen. Knapp zwei Minuten vor Schluss beim 26:24 für Ichenhausen überschlugen sich dann die Ereignisse.

Ein zweiter Schlag ins Gesicht für die Gögginger brachte die letztendliche Entscheidung der sonst fairen Begegnung. In diesem Fall aber kein Schlag im metaphorischen Sinne, sondern in einer für die Hausherren ohne Zweifel unrühmlichen Art und Weise. Göggingens torgefährlichster Akteur Fabian Listringhaus wurde von Ichenhausens Florian Rösch beim Wurfversuch nach Klitschko-Manier mit der Faust im Gesicht attackiert, sodass dieser blutüberströmt das Feld verlassen musste. Auch die helle Aufregung auf der Gögginger Bank brachte die beiden Unparteiischen nicht dazu, die in dieser Situation absolut fällige rote Karte zu ziehen. Das Spiel war entschieden, Göggingen seiner effektivsten Waffe beraubt und der Schock den Spielern sowie den mitgereisten Zuschauern ins Gesicht geschrieben.

Prihoda hat nun langsam das Problem, dass nach und nach seine Spieler ausgehen. An diesem Abend musste der Trainer schon auf die verletzten Christopher Schwarz, Andreas Schwendner, Sebastian Samtleben, Anton Espach, sowie den beruflich verhinderten Matthias Hofner und den weiterhin auf Hochzeitsreise verweilenden Sven Bartsch verzichten. Nun wird auch noch Listringhaus dank seines Nasenbeinbruches und zweier Platzwunden im Gesicht fürs erste keinesfalls wieder auflaufen können. Kommenden Samstag (19.30 Uhr) empfangen die Gögginger dann in der eigenen Halle den TV Gundelfingen. Den Zuschauern und der Mannschaft bleibt die Hoffnung, dass nun endlich mal die Serie an Hiobsbotschaften reißt und auch ein dezimiertes Team wieder einmal einen Sieg einfahren kann.

 

TSV Göggingen: Jahn, Weber; Listringhaus (9/1), Schnorr (6/1), Bauer, Kamlah (je 3), Ranz (2), Schmidt (1), Kolbinger, Greving, Schafbuch, Espach (n.E.)

Letzte Aktualisierung ( Montag, 21. November 2011 )